Die wilden Weihnachtstriebe bringen Vorweihnachtszeit zurück

Narrenzunft Rehbock in Volkertshausen präsentierte das diesjährige Weihnachtstheater

 Kaum haben wir Weihnachten und all die unweigerlich dazugehörige Vorbereitungshektik herumgebracht, holte die Theatergruppe Volkertshausen mit ihrem Stück »Die wilden Weihnachtstriebe!« gnadenlos die Zuschauer zurück in den Vorweihnachtstrubel.

Das sowohl am 25. und am 26. Dezember stattfindende Weihnachtsspektakel in der bis auf den letzten Platz voll besetzten Wiesengrundhalle organisierte dieses Jahr die Narrenzunft Rehbock 1907 Volkertshausen. Die Auswahl dieses Stückes von Beate Irmisch dürfte gemessen an den Lachattacken des Publikums ein Volltreffer gewesen sein.

Weiterlesen im Wochenblatt: https://www.wochenblatt.net/heute/nachrichten/article/die-wilden-weihnachtstriebe-bringen-vorweihnachtszeit-zurueck/

Die Bildergalerie gibt es hier:
https://www.wochenblatt.net/wb-bewegt/bildergalerien/2017/dezember/album/die-wilden-weihnachtstriebe-von-volkertshausen/

 

„Der Vulkanteufel hat uns noch gefehlt“

Die junge Narrenzunft verbindet Singener Fasnet mit Brauchtum und Moderne.

Die Singener Fasnet ist schon etwas Besonderes. Bunt, fröhlich und laut ziehen seit jeher die einzelnen Gruppen durch die Straßen und locken Hunderte von Zuschauern bei den Umzügen an die Straßenränder. Zu den wichtigsten Fastnachtsfiguren gehört bekanntermaßen die Hexe, die hier im Hegau ihr Unwesen treibt. Für die Macher der Narrenzunft Vulkanteufel hat jedoch bisher eine wichtige Figur gefehlt, denn zu Singen gehört der Hohentwiel und zu dem prächtigen Vulkanberg gehört der Vulkanteufel. Im Mai 2016 hoben daher eine Handvoll Närrische die Narrenzunft Vulkanteufel aus der Taufe. “Der Vulkanteufel hat uns auf der Straße gefehlt”, erzählt Schriftführerin Daniela Weiß dem Wochenblatt. Die Singener Fasnet, mitten in der Hegauer Landschaft, mitten zwischen den Vulkanbergen, alles voller Asche und Lava, da musste einfach der Vulkanteufel her. Zumal dieser die perfekte Ergänzung zur Hexe ist.” Und nun gilt es, im Sinne der Gemeinschaft mit anderen Vereinen zusammen das Brauchtum zu leben und mit der neu geschaffenen Figur die Fasnet noch bunter und vielfältiger zu gestalten. Eine der wichtigsten Aufgaben ist nun, mit den anderen Vereinen in Kontakt zu kommen. Das funktioniert schon ganz gut, denn den Vulkanteufel gibt es nicht nur in Singen auf der Straße zu sehen, die Zunft nimmt auch beispielsweise an den Umzügen in Gailingen und Gottmadingen teil.

Der Verein ist jung, die Erfahrungen sind weitreichend. Die Mitglieder sind alte erfahrene Hasen, die seit jeher die Fastnacht gefeiert haben und gut vertraut damit sind, wie eine Narrenzunft auszusehen hat.

„Es ist toll, was wir in diesen 17 Monaten seit der Vereinsgründung auf die Beine gestellt haben“, erzählt die Schriftführerin. „Vom eigenen Konzept, über die Gestaltung des Häs, der Beschaffung der Holzmasken bis hin zu einem „Vulkanwagen“, einem wirklich toll umgebauten Bollerwagen, der als Bar fungiert.“ Tatsächlich ist der Vulkanwagen die Anlaufstelle für Interessierte und der Treffpunkt, an dem man sich mit den Teufeln unterhalten und das eine oder andere Schnäpsle genießen kann. „Auf diesen Erfolg bin ich richtig stolz“, betonte Weiß. Erfolg mit diesem Konzept hatten sie beispielsweise beim närrischen Jahrmarkt auf dem Hohgarten. Dort fand der Vulkanwagen großen Zulauf.

Die handgemalten Holzmasken stammen von Simon Stiegeler aus dem Schwarzwald und repräsentieren echte Vulkanteufel. Während auf der linken Seite der Teufel noch einen langen Haarschweif besitzt, ist auf der rechten Gesichtshälfte durch die herunterlaufende Lava alles verkohlt. Die Fasnet soll mit viel Lärm den Winter vertreiben. Deswegen besitzt das schwarz und rot gehaltene Häs auch acht große Schellen, die deutlich zu hören sind, wenn sich der Teufel nähert.

Die Ziele des jungen Vereins sind ambitioniert. Der Vulkanteufel soll fester Bestandteil der Singener Fastnacht werden. „Wir brauchen eine tolle Truppe an Leuten, die auch außerhalb der Fasnet Spaß haben und Aktionen starten wollen.“, erzählt Weiß leidenschaftlich.

Unter Aktionen versteht der Verein auch das Engagement an sozialen Projekten, das den bisher zehn Mitgliedern äußerst wichtig ist. Sie suchen intensiv den Kontakt zu Pflege-, Kinder- und Obdachlosenheimen, um den Betroffenen in diesen Heimen etwas Abwechslung in ihrem Alltag bieten zu können. Intensiv arbeiten die Macher des Vereins derzeit daran, Kontakt zu einem Kinderheim zu knüpfen, denn gerade der Kinderumzug bietet sich mit den Vulkanteufeln besonders an. Welches Kind findet es nicht schaurig schön und gruselig, mit dem Teufel im Bunde zu stehen? Für dieses Engagement, gerade auch mit Senioren, Obdachlosen und Kindern können sich die Vulkanteufel alles vorstellen, was Spaß macht, sei es Sommergrillen, Ausflüge und alles, was vom Alltag ablenkt.

Modern sein und das Brauchtum leben ist kein Widerspruch, finden die Zunftmitglieder. Derzeit arbeiten sie intensiv an der Rezeptur des Vulkandrinks, der an der Infoveranstaltung „Singen meets Vulkanteufel“ am 25.11.17 das erste Mal ausgeschenkt werden soll. Dabei wird es sich um einen lavaroten und teuflisch-scharfen Drink handeln. Gleichzeit mixen die Teufel derzeit auch an einer kindertauglichen Variante, denn die Kinderfreundlichkeit steht bei den Teufeln im Vordergrund.

“Unser Verein bereichert die Singener Fasnet um eine weitere wichtige Figur und macht sie bunter. Und deswegen brauchen wir noch aktive und passive Mitglieder, denn es müssen zukünftig noch viel mehr Teufel auf der Straße zu sehen sein.”

Veröffentlicht im Wochenblatt unter: https://www.wochenblatt.net/fileadmin/Archiv/2017/Vereinstrophy/2017_45_Vulkanteufel.pdf

Brauchtum und Genuss gehören zusammen

Narrenzunft Gerstensack Gottmadingen mit eigenem Braurecht hält das Brauchtum ganz hoch

Traditionell zieht am Schmotzigen Dunschtig der erste Umzug durch Gottmadingen, nachdem am Morgen die Almenholzer den Narrenbaum im Almen geschlagen, die Kindergartenkinder und Schüler befreit, und schließlich das Rathaus übernommen haben. Das ganze Dorf ist dabei und bejubelt das Stellen des Baumes. Wenn zur Fasnetzeit das ganze Dorf bunt und närrisch umhertreibt, wenn Jung und Alt gemeinsam Spaß haben und durch die vielen närrischen Aktionen das Dorf Zusammenhalt erfährt, dann sind die Macher des Vereins zufrieden. Das ist das, was sie wollen.

Der Gerstensack wird den Gottmadingern gerecht, denn das „Kleinmünchen“-Gottmadingen ist traditionell dem Bier verbunden. Daraus ist die Zunft entstanden. Das beschauliche Gottmadingen hatte bereits im 19. Jahrhundert schon immer viele Brauereien, zur Blütezeit bis zu sieben. Die Bilgerbrauerei hat schließlich mit Fasnetspielen und Theateraufführungen das Fass zum Rollen gebracht. Langsam formierte sich der Verein, um 1870 war Johann Georg Fahr, Gründer der Maschinenfabrik, Mitbegründer der Zunft. 1874 gab es schließlich das erste Narrenprotokollbuch und darf als Gründungsjahr angesehen werden.

„Der traditionelle Bieranstich wird nächstes Jahr ein riesiges Highlight, denn er jährt sich zum 40. Mal“, verrät Zunftmeister John Weber bei einem Gespräch dem Wochenblatt. Die Zunft besitzt als eine der Wenigen ein eigenes Braurecht. Gebraut wird im vereinseigenem Braustüble in der ehemaligen Fahrkantine. „Dabei wird wie jedes Jahr vom letztjährigen Ehrengerstensafter ein Nachfolger ins Amt gerufen. Für den Nachfolger ist das eine Überraschung, denn dieser weiß von nichts. Derzeit hält Karl Bernhard Ruppaner das Amt inne und wird es beim Bieranstich am 24.01. übergeben“, berichtet Weber weiter.

Weit bekannt sind die stets gut besuchten Gerstensackkonzerte, die gleich zweitägig in der Eichendorff-Halle stattfinden. Insgesamt organisiert seit Jahren der Verein an die zehn Veranstaltungen, unabhängig von den Aktivitäten der einzelnen Gruppen, die ihre eigenen Programme gestalten. Auch der Zusammenhalt innerhalb des Vereins wird durch das vereinsinterne Zunftsommerfest gestärkt.

Traditionen hochhalten und das regionale Brauchtum pflegen, diese Zielsetzung des Vereins ist deutlich am Fasnet-Mäntig zu sehen. Klassisch beginnt dieser mit einem närrisch politischen Frühschoppen in der Eichendorff-Halle, bei dem zunächst die Lokalpolitiker den Spiegel vorgehalten bekommen und schließlich erscheinen auch überregionale Politiker wie Andreas Jung oder Dorothea Wehinger auf der Bühne. Dabei kann es schon einmal passieren, dass der Tengener Bürgermeister Marian Schreier ein Windrad auf den Rücken gebunden bekommt oder Andreas Jung für seine bundespolitischen Auseinandersetzungen in ein Sumoringerkostüm gesteckt wird. Am Nachmittag beginnt der Umzug durch das Dorf, bei dem nicht nur hiesige Zünfte, sondern auch Zünfte mit längerer Anreise daran teilnehmen. Die Zusammensetzung des Umzugs ist gemischt, traditionelle Vereine vermischen sich mit den jüngeren. Fanfarenmusik mischt sich mit Guggenmusik. Der Fasnet-Mäntig wird zum Publikumsmagneten, 12.000 Zuschauer sind normalerweise dabei und lassen sich von dem bunten Treiben der rund 50 Gruppen und über 2.000 Hästräger begeistern. Anschließend, wenn sich die Umzugsgäste verteilen, wird das Dorf richtig bunt. Die befreundeten Heilsberghexen bewirten an der Hebelschule, es gibt viel Kinderprogramm. Auf der großen Außentreppe der Schule wechseln nacheinander die Guggenmusikgruppen durch. Ansonsten ist überall, wo im Dorf bewirtet wird, Musik, die die Gäste zum Feiern einlädt.

Die Narrenzunft ist mit derzeit 163 Mitgliedern, davon 139 Aktive, einer der größten Vereine in Gottmadingen. Kein anderer Verein schafft es, so viele Zuschauer zu begeistern.

Die Häs der einzelnen Gruppen wie den Heilsbergzusle, den Almenholzer oder der Gerstensackschnägge sind sorgfältig ausgewählt, schließlich sind sie das Aushängeschild der Tradition. Dabei spielen gemeinsame Werte eine große Rolle. Das Häs der Gerstensackschnägge vereinigt Gottmadinger Tradition, kann gleichwohl von Erwachsenen und Kindern getragen werden und spiegelt die Fröhlichkeit der Gottmadinger wieder.

Trotz des Traditionsbewusstseins passt sich der Verein den geänderten Bedürfnissen der Gottmadinger an. „Dieses Jahr werden wir die Jugendparty wiedereinführen. Damit vermeiden wir, dass sich die Jugendlichen auf der Kinderparty langweilen und die Kinder mit den Jugendlichen überfordert sind“, berichtet Weber. „Die Party wird für Kinder bis 12 Jahren am Fasnachtsfreitag von 16:00 bis 18:00 Uhr stattfinden, danach haben wir für die Jugendendlichen einen DJ. Diese Party läuft bis 21:00 Uhr.“

Los geht’s – traditionell wie immer – am 11.11 um 11:11 Uhr. Zur Fasneteröffnung am Schnägge Brunne und ab 19:30 Uhr wird’s in der Fahrkantine bunt. „Dort wird auch das Motto der nächsten Fasnet verkündet. Aber das wird erst dort verraten.“

Veröffentlicht im Wochenblatt unter: https://www.wochenblatt.net/fileadmin/Archiv/2017/Vereinstrophy/2017_43_NZGerstensack.pdf