Ohne Gangschaltung und Bremse zum Erfolg

Kunst- und Einradsportverein „RMSV Edelweiss Aach e.V.“ begeistert junge Menschen

Als einer der ältesten Vereine in der Region blickt der Kunst- und Einradsportverein „RMSV Edelweiss Aach e.V.“ auf eine lange Erfolgsgeschichte zurück. Bereits 1899 gegründet richtete er sich nach dem Bau der Sporthalle Aach 1965 zu dem aus, was er heute ist: Zu einem Verein, der junge Menschen zu Mannschaften zusammenschweißt und diese den süßen Duft des Erfolges schnuppern lässt. Der Verein zählt seit über 25 Jahren zu den besten Deutschen Hallenradsportvereinen.

Die Liste der Erfolge ist lang, wobei stets die oberen Plätze bei den Deutschen- als auch bei den Europameisterschaften gewonnen werden.

Dabei geht es den Machern in erster Linie darum, zunächst den doch durchaus außergewöhnlichen Sport zu vermitteln: die wunderschön anmutende Ästhetik, die zugleich kraftvolle Dynamik und Präzision der Bewegungen des eigenen Körpers, visualisiert durch die Übertragungen der Bewegungen auf das Kunst- oder Einrad. Dabei kommt es vor allem auf eine gleichmäßige und saubere Ausführung an. Daher spielen vor allem Beweglichkeit, Konzentration und Körperspannung eine große Rolle.

Das Schöne an diesem Sport ist seine Vielfältigkeit. In verschiedenen Altersgruppen (Schüler, Jugend, Elite) werden jeweils zwölf Disziplinen ausgetragen: 1er, 2er, 4er und 6er Kunstradfahren sowie 4er- und 6er Einradfahren.

Für die Trainerin und zweimalige Weltmeisterin Katia Gaißer ist es die Herausforderung, die 35 aktiven Sportlerinnen und Sportler in einer Mannschaft synchron zusammen wirken zu lassen. Jeder hat bei seinem Auftritt im Wettkampf oder während Showveranstaltungen seinen Platz. Schon Katia Gaißers Vater, Paul Gaißer, war Trainer beim RMSV Edelweiß und letztendlich der Lenker, um den Verein vom damaligem Radsportverein Aach zum erfolgreichen Kunst- und Einradsportverein zu wandeln.

Ohne Begeisterung keine Erfolge

127 Deutsche Meistertitel, 12 Junioren-Europameistertitel im 4er Kunstrad für Deutschland, sowie Weltmeister im 4er Kunstrad der Frauen in 2007 und 2009. Da ist es nicht verwunderlich, dass 1987 der Verein erstmals mit dem Gold-Pokal durch den Bund Deutscher Radfahrer BDR als bester Hallenradsportverein ausgezeichnet wurde. Inzwischen stehen insgesamt 18 BDR-Gold-Pokale im Trophäenschrank. Diese Erfolge können nur gefeiert werden, wenn die Teilnehmer Begeisterung für Ihren Verein und ihren Sport besitzen. Und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg. Immer wieder gelingt es, Katia Gaißer und ihrem unterstützendem Trainerteam mit Ines und Simone Rudolf sowie Manuela Dieterle, ebenfalls Weltmeisterinnen, die Jugendlichen zu begeistern und zu motivieren.

„Regelmäßiges Training zwei bis dreimal die Woche muss schon sein. Aber bitte ohne Ausreden“, berichtet Wilfried Schwarz, Sprecher des Vereins. „Wenn uns das gelingt, dass unsere Sportler regelmäßig zum Training kommen und die Mannschaften ihre Erfolge feiern, dann nehmen sie durch den Mannschaftssport für das gesamte Leben etwas mit.“ Mal gewinnt man, mal verliert man. Und dann ist es wichtig, gestärkt aus einer Niederlage herauszugehen. Besonders freut es ihn, dass auch dieses Jahr wieder ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr der Meisterschaften im Schülerbereich ist.

Nachwuchs fördern und Integrieren

Ein Thema beschäftigt den Verein besonders. Das ist das besondere herausragende Engagement im Nachwuchsbereich. Hier engagieren sich alle, um Schüler und Junioren für ihren Verein zu begeistern und dadurch nachhaltig den Nachwuchs zu sichern. Das ist auch notwendig. Um den Verein in seiner jetzigen Größe zu erhalten, sind drei bis vier Nachwuchssportler jedes Jahr notwendig. Besonders viel Spaß machen derzeit drei Flüchtlingskinder, die zwischen sechs und neun Jahre alt sind und seit rund vier Monaten den Verein bereichern. Der gesamte Verein hilft mit, dass diese drei sich in die Mannschaften integrieren und mitmachen können.

Fahrrad fahren muss man schon können, wenn man beim RMSV „Edelweiss“ mitmachen möchte. Aber schon im Alter von fünf bis sechs Jahren kann es losgehen. Das ist das optimale Einstiegsalter. Im Durchschnitt sind die meisten Aktiven im Alter von 6 bis 20 Jahren dabei, wobei es auch Ältere gibt. Die Jüngeren sammeln zunächst Erfahrungen auf dem Einrad, bevor sie dann zum Kunstradfahren überwechseln können. Für das lange Training locken zum Teil auch weitere Reisen, da der RMSV „Edelweiss“ über die Grenzen hinaus bekannt ist. Über den Bund Deutscher Radfahrer wurden sogar Aufführungen in Australien, Japan und Amerika organisiert. Dann geht es dort ohne Gangschaltung und Bremse zum Erfolg.

Veröffentlicht beim Wochenblatt unter: https://www.wochenblatt.net/fileadmin/Archiv/2017/Vereinstrophy/2017_37_RSMVEdelweiss.pdf